Mit bis zu 20 km/h unterwegs zu sein erscheint zunächst vielen Fahrern eines E-Scooters nur mit einem geringen Gefahrenpotenzial verbunden. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann jedoch ausreichen, um einen Unfall zu verursachen, bei dem Personen- oder Sachschäden zu beklagen sind.

Damit Sie diese Schäden nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen, hat der Gesetzgeber einen bestehenden Versicherungsschutz zur Bedingung für die legale Benutzung des öffentlichen Verkehrsraums gemacht. Ohne gültige Haftpflichtversicherung müssen sie nicht nur mit einer Anzeige rechnen, sondern voll umfänglich für den entstandenen Schaden mit dem gesamten Vermögen haften. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über die Versicherungspflicht und die Leistungen, die mit einer E-Scooter Versicherung verbunden sind.

Was ist ein E-Scooter?

Der Begriff E-Scooter wird seit einigen Jahren für eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Fortbewegungsmittel verwendet. Elektrische Tretroller, die legal auf Radwegen oder der Straße gefahren werden, fallen unter die Elektrokleinstfahrzeuge Verordnung oder kurz eKFV, welche seit Juni 2019 in Kraft getreten ist.

Zu den dort aufgeführten Merkmalen eines E-Scooters gehören unter anderem die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h sowie die maximalen Maße von 70 cm in der Breite, 140 cm in der Höhe sowie 200 cm in der Länge. Als optische Merkmale muss ein Elektrokleinstfahrzeug immer über eine Lenkstange, Lichter auf der Vorder- und Rückseite sowie eine Klingel als akustisches Signal verfügen. Blinker sind nicht erforderlich, da das Abbiegen mit den Armen signalisiert wird. Zur Sicherheit für plötzlich auftauchende Hindernisse sind jedoch zwei voneinander unabhängige Bremsen erforderlich.

Der Gesetzgeber hat ferner festgelegt, dass das Mindestalter ab dem 14. Lebensjahr beginnt und kein zusätzlicher Führerschein benötigt wird. Ebenso ist eine Helmpflicht aufgrund der vergleichsweise geringen Geschwindigkeit in der Verordnung nicht vorgesehen. Zwingend erforderlich ist dagegen eine E Scooter Versicherung, welche über eine sichtbar angebrachte Plakette nachzuweisen ist.

Welche Kosten sind mit einer Versicherung verbunden?

Die Versicherungsgesellschaften legen ihre Preise unter anderem nach europäischen Statistiken fest.

Die Preise einer Versicherung für E-Scooter werden von den Versicherungsgesellschaften frei festgelegt. Trotz der noch recht jungen Verordnung verwenden viele Versicherer Erfahrungswerte und Unfallstatistiken aus anderen europäischen Ländern als Grundlage, um die Tarife festzulegen. Hierbei entstehen durchschnittliche Preise von 20 bis zu 60 Euro jährlich. Zu zahlen sind diese Beiträgen entweder monatlich oder auch einmal pro Jahr.

Vergleichbar mit den Versicherungen für Pkw- und Motorradfahrern spielen auch andere Faktoren wie das ausgewählte Modell und das Alter der Fahrer eine Rolle in der Bemessung der Beiträge. Jüngere Fahrer haben statistisch ein höheres Unfallrisiko und müssen daher mit Aufschlägen rechnen. Die Versicherer nutzen diese erhöhten Beiträge, um eine fairere Verteilung zu erreichen. Mit zunehmendem Alter und Fahrpraxis ist es somit problemlos möglich zu einem günstigeren Tarif zu wechseln.

Sehr wichtig ist im Zusammenhang mit der Versicherungspflicht auch die Unterscheidung von regulärer Haftpflicht und E-Scooter Haftpflicht. Verfügen Sie über eine gültige Haftpflichtversicherung, sind damit nicht die Schäden, die aus einem Unfall mit dem elektrischen Tretroller resultieren abgedeckt. In den Policen schließen die meisten Gesellschaften die Übernahme von Schadensfällen mit elektrischen Zweirädern konsequent aus. Der Abschluss einer zusätzlichen E-Scooter Versicherung ist damit der einzige Weg den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Tipps für den Abschluss der E-Scooter Haftpflichtversicherung

Der Abschluss einer E-Scooter Versicherung ist entweder in einem Büro der Versicherungsgesellschaft vor Ort möglich oder ganz bequem online von Zuhause. Da Sie wahrscheinlich zum ersten Mal eine Versicherung für ein Elektrokleinstfahrzeug abschließen, erhalten Sie in den Büros der Versicherer noch weitergehende Informationen über alle mit der Versicherungspflicht einhergehenden Verpflichtungen für die Fahrer.

Ein großer Punkt in diesem Zusammenhang ist der Abschluss einer Versicherung für minderjährige Fahrer. Einige Versicherer erlauben es den Eltern stellvertretend für das Kind die Versicherung abzuschließen. Dieser darf mit einer Erlaubnis der Eltern den E-Scooter fahren und die Versicherung übernimmt auch in diesem Fall die Regulierung der Schäden.

Wie bei jeder Versicherung ist es sehr wichtig alle benötigten Informationen zur Hand zu haben, damit die Anträge schnell bearbeitet werden können. Neben den persönlichen Daten wie Name und Adresse sind auch Kontodaten erforderlich, da viele Versicherer den Bankeinzug als Zahlungsmethode bevorzugen.

Weiterhin werden nähere Angaben zu den E-Scootern selbst benötigt. Hierzu gehören der Fahrzeug-Typ und der Hersteller sowie die FIN (Fahrzeug-Identifikations-Nummer) und der Hersteller Schlüssel-Nummer. Die Versicherung prüft auf diesem Weg auch, ob der zu versichernde elektrische Tretroller überhaupt über eine Straßenzulassung verfügt. Fehlt diese, wird auch die Versicherung nicht erteilt, da das Risiko den Versicherern schlicht zu hoch ist.

Stimmen alle Voraussetzungen ist es wichtig bis zur ersten Fahrt auf öffentlichen Radwegen und Straßen bis zum Eintreffen der Versicherungsplakette zu warten. Dieser Aufkleber muss sichtbar am E-Scooter angebracht sein, um auch während Kontrollen sofort den gültigen Versicherungsschutz zu belegen. Gültig ist Plaketten jeweils bis zum 28. bzw. 29. Februar, sodass pünktlich zum 1. März der Austausch erfolgen muss.

Weiterhin sollten Sie erst mit dem elektrischen Scooter fahren, wenn der Versicherungsschutz auch gültig ist. Das jeweilige Datum steht in der Police vermerkt. Für alle Unfälle, die zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden, werden keine Leistungen erbracht.

Versicherungsanbieter im kurzen Überblick

Vergleichen Sie die Leistungen mehrer Versicherungsgesellschaften miteinander.

Die E-Scooter Versicherung kann bei verschiedenen Anbietern abgeschlossen werden. Da über die Haftpflicht nur die Schäden Dritter versichert sind, ist zusätzlich der Abschluss einer Teilkasko sinnvoll, um auch Schäden am E-Scooter selbst durch Diebstahl, Brände oder Sturmschäden abzudecken. Nachfolgend stellen wir Ihnen vier Anbieter und deren aktuelle Tarife für die Besitzer eines straßentauglichen elektrischen Tretrollers näher vor.

Die Bayerische

Die Beiträge bei diesem Versicherer sind an das Alter des Versicherungsnehmers gekoppelt. Sind Sie unter 23 Jahre alt zahlen Sie jährlich 33 Euro für die Haftpflicht sowie 57 Euro mit Teilkasko.

Ab dem 23. Lebensjahr sind es 22 Euro für die Haftpflicht und 44 Euro mit Teilkasko.

Zürich

Diese Versicherung bietet einen einheitlichen Tarif von 101 Euro für die E-Scooter Haftpflicht und Teilkasko an.

HUK-Coburg

Die HUK-Coburg macht die Beiträge ebenfalls vom Alter der Versicherten abhängig. Bis zum 23. Lebensjahr kostet die Haftpflicht allein 23 Euro pro Jahr und mit Teilkasko jährlich 42 Euro.

Ab dem 23. Geburtstag sinkt der Betrag auf 19 Euro für die Haftpflicht und 39 Euro für diese Leistung plus Teilkasko.

BavariaDirekt

Dieser Versicherer nimmt für die Haftpflicht einen jährlichen Beitrag von 60 Euro. Eine zusätzliche Teilkasko kann bei diesem Anbieter nicht abgeschlossen werden.

Beispiele von Schadensfällen für Elektrokleinstfahrzeuge

Vor dem Abschluss einer Versicherung für E-Scooter Versicherung ist es wichtig, dass Kleingedruckte genau zu studieren. Hier finden Sie nicht nur Angaben zur Selbstbeteiligung pro Schadensfall in der Teilkasko oder der Versicherungssumme, die auch bei E-Scootern immer bei mindestens 100 Millionen Euro liegen sollte. Innerhalb der Police dürfen auch Hinweise nicht fehlen, welche Schadensfälle durch den Versicherungsschutz abgedeckt sind. An dieser Stelle finden Sie daher einige typische Beispiele für Schäden, die aus eigener Tasche bezahlt, schnell richtig teuer werden können.

Diebstahl

Wird der E-Scooter vor einem Einkaufszentrum, der Schule oder dem Arbeitsplatz mit einem Fahrradschloss gesichert, ist das Risiko eines Diebstahls ebenso gegeben als auch bei anderen Zweirädern. Verschwindet der E-Scooter vor dem eigenen Wohnhaus oder der Garage ist es besser vor dem Erstatten einer Diebstahlanzeige zuerst die anderen Bewohner oder auch Geschwister zu fragen. In einigen Fällen sind die Langfinger so schnell entdeckt. Versicherungen verlangen von Ihnen zudem, dass der Elektro-Tretroller mit einem Markenschloss gesichert wird. Zusätzlich möchten einige Versicherer den Schlüssel des Schlosses sehen, um wirklich ganz sicherzugehen, dass die Schadensregulierung wirklich gerechtfertigt ist.

Teildiebstahl

Bei einem Teildiebstahl machen die Besitzer oft große Augen, da nur die Räder oder auch der Akku entwendet werden. Nicht selten möchten sich die Diebe das Geld für diese Ersatzteile sparen und machen sich gezielt auf die Suche nach bestimmten Modellen. Der Teildiebstahl ist auch beliebt, um das Schloss nicht aufbrechen zu müssen. Viele Diebe schrecken zudem auch vor dem Diebstahl am Tag nicht zurück, sodass weder helles Tageslicht noch belebte Plätze eine 100 % Sicherheit vor diesen dreisten Dieben darstellen.

Unfallschaden

Versichert in der E-Scooter Versicherung sind alle Schäden, bei welchen der Versicherte die gesamte oder auch eine Teilschuld trägt. Typische Beispiele hierfür sind das Fahren auf dem Bürgersteig. Wer hier den Abstand zwischen Passanten zu knapp bemisst und einen Menschen zu Sturz bringt, kommt für diesen Schaden ebenso auf als auch für Sach- und Vermögensschäden, die aus einem Arbeitsausfall resultieren. Vorsichtig sein müssen die Versicherten bei grober Fahrlässigkeit, da nicht jede Versicherung bereit ist diese vermeidbaren Schäden zu 100 % zu übernehmen.

Totalschaden

Der Totalschaden kann aufgrund eines Unfallgeschehens oder auch einer Sachbeschädigung entstehen. Die Schadenssumme übersteigt in diesen Fällen den Restwert, sodass die Versicherungen das Fahrzeug quasi abschreiben, um dadurch im Vergleich zur Reparatur Geld einzusparen. Unter anderen Voraussetzungen ist eine Reparatur auch nicht mehr möglich, wenn etwa ein Feuer gewütet hat oder der elektrische Tretroller von einem Fahrzeug überrollt wurde.

Sturzschaden

Zu den bekanntesten Ursachen von Sturzschäden gehören Bordsteinkanten, deren Höhe unterschätzt wird. Mitunter versuchen einige Menschen auch Stufen fahrend zurückzulegen und scheitern daran.

Pannenschaden

Pannenschäden umfassen defekte Reifen nach dem Kontakt mit Glasscherben ebenso wie einen defekten Akku durch Überlastung. Sind die maximalen Ladezyklen der Akkus erreicht, fällt diese nachlassende Leistung nicht zu den Pannenschäden, sodass der Kauf eines neuen Akkus selbst bezahlt werden muss.

Akku-Defekt

Der Akku ist das Herzstück und zugleich eine der größten Schwachstellen des E-Scooters. Mit einer Teilkasko ist bei einigen Versicherungen auch ein Akku-Defekt mit eingeschlossen. Dieser muss jedoch durch einen Defekt verursacht werden. Aus Frust den Akku auf den Boden zu werfen, gibt wenig Chance auf eine Regulierung des Schadens.

Elektroschäden

Schäden an der Elektrik machen dem Fahrspaß schnell ein Ende. Mit einer entsprechenden Versicherung wird die Reparatur in der Werkstatt bezahlt, sodass der Scooter schon bald wieder fährt.

Konstruktionsfehler

Fehlerhafte Konstruktionen und Bauteile, die nach kurzer Zeit den Dienst versagen, gehören nicht zum Leistungsumfang vieler Versicherungen. Hier lohnt es sich den Vergleich der einzelnen Tarife nicht zu überstürzen.

Materialfehler

Bereits kleine Materialfehler können die Gefahr für einen Unfall mit sich bringen. Um weder sich noch andere zu gefährden, ist es wichtig diese Schäden schnell der Versicherung zu melden. Hier entscheiden Gutachter und Experten, ob eine Reparatur erforderlich ist oder nicht.

Produktionsfehler

Produktionsfehler fallen eigentlich in die Zuständigkeit des Herstellers. Diese sichern sich über die Gewährleistung ab und sind somit nach spätestens zwei Jahren für Fehler, die bereits im Produktionsablauf entstanden sind, nicht länger verantwortlich. Einige Versicherungen beinhalten diese Leistung in ihren Policen und helfen so mitunter mehrere hundert Euro für den Neukauf einzusparen.

Vandalismus

Vandalismus bezeichnet die mutwillige Zerstörung des E-Scooters. Diese kann vorsätzlich oder auch als Mittel zum Zweck geschehen. Wird zum Beispiel das Schaufenster eines Geschäfts eingeschlagen, ist der Scooter zwar nur die Waffe, die Beschädigungen sind dennoch dem Vandalismus zuzurechnen.

Die wichtigsten Verkehrsregeln für elektrische Tretroller

Der Gesetzgeber hat in der Elektrokleinstfahrzeuge Verordnung der Nutzung von E-Scootern im Straßenverkehr enge Grenzen gesetzt. Dies beginnt mit der Verwendung von Radwegen. Auf die Straße darf nur ausgewichen werden, sobald kein Fahrradstreifen oder Radstraße vorhanden ist. Der Gehweg darf von den E-Scooter Fahrern nie benutzt werden. Gleichzeitig ist das Fahren von mehreren elektrischen Tretrollern nur hintereinander erlaubt.

Klare Regeln gelten auch für Alkoholfahrten auf dem E-Scooter. Fahrer unter 21 sowie Fahranfänger müssen sich an eine 0,0 Promillegrenze halten. Für alle anderen gelten die gleichen Werte wie für andere Verkehrsteilnehmer. Bis zu 0,5 Promille wird die Fahrt toleriert. Ein höherer Wert führt zu Ordnungswidrigkeiten oder ab 1,1 Promille sogar zu einem Straftatbestand. Punkte in Flensburg sammeln auch Menschen ohne Führerschein, sodass das spätere Ablegen der Prüfung mitunter erschwert wird.

Hinweise zum Mieten eines E-Scooters

Entschließen Sie sich zum Mieten eines elektrischen Rollers ist die E-Scooter Versicherung häufig bereits in den Leistungen des Anbieters mit eingeschlossen. Um sich rechtlich abzusichern, stellen viele der Vermieter die Zweiräder nur an volljährige Mieter zur Verfügung.

Das Mieten selbst geschieht in Großstädten meist elektronisch per App. Dort wird der nächste Standort eines freien Scooters angezeigt und die Fahrt kann mit einem Kundenkonto fast sofort beginnen. Über dieses wird jede angefangene Minute abgerechnet und am Ende die Kreditkarte oder PayPal mit dem Betrag belastet. Abgestellt werden können die Scooter ebenfalls im gesamten Stadtgebiet, sodass das Mieten sehr bequem ist.

Vor dem Mieten ist es ratsam den Akkustand zu überprüfen. Macht dieser in wenigen Minuten schlapp ist es kaum sinnvoll das Elektrokleinstfahrzeug zu mieten und schlussendlich doch nicht das gewünschte Ziel zu erreichen.

Fazit

Die E-Scooter Versicherung ist zu Recht ein Muss für jeden Fahrer, der nicht nur auf dem eigenen Grundstück den elektronischen Tretroller testen möchte.

Verursachen Sie einen schweren Unfall mit mehreren Beteiligten sowie hohen Personen- und Sachschäden ist die Versicherung ein effizienter Weg das eigene Vermögen vor der Begleichung der verursachten Schäden zu schützen. Der geringe Betrag, der selbst mit Teilkasko nur selten 100 Euro überschreitet, lässt sich dank den gesparten Summen für Sprit oder Fahrkarten schnell wieder einsparen, sodass am Ende sogar ein Plus in der Haushaltskasse verbleibt.

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